Am Freitag waren wir im Kino „Before the Devil Knows You’re Dead“ schauen. Der Film ist nicht einfach zu beschreiben. Zwei Brüder haben finanzielle Probleme und wissen nichts besseres zu tun als den Juwelierladen ihrern Eltern auszurauben. Leider läuft der Plan schief und die Mutter stirbt. Nun kommen die beiden in eine Spirale von Verzweiflung, Drogen, Gewalt, Erpressung und noch mehr finanzieller Probleme. Und als der Vater langsam aber sicher merkt wie der Hase läuft, ist fertig lustig. Als Zuschauer fühlt man förmlich wie die Figuren immer mehr Leiden und immer tiefer in der „Scheisse“ stecken.
Die Erzählung der Geschichte ist nicht jedermanns Sache. Es gibt zeitliche Sprünge zwischen den einzelnen Figuren vor und nach dem Überfall. So sieht man die Geschichte aus Sicht jedes Darstellers. Diese Geschichten überkeruzen sich teilweise und man sieht die Szenen manchmal aus anderen Kameraperspektiven als bei der anderen Person, wenn diese zum Beispiel gleichzeitig vorkommen. Ich finde diese filmische Umsetzung sehr gelungen, da sie wesentlich zur Dramaturgie beiträgt.
Der Film selber ist eher ruhig und nicht nervös. Er ist dialoglastig, was ich aber sehr gut finde. Die Schauspieler Ethan Hawk und Philip Seymour Hoffmann zeigen hier wahre Schauspielkunst und lassen die Zuschauer tief in ihre Charaktere blicke. Jede Person im Film hat ihre Probleme oder Sorgen und diese Charaktere erhalten vom Regisseur auch den nötigen Tiefgang.
Der Film ist nicht langweilig. Ich fand ihn spannend. Wer aber einen Thriller oder rasante Action oder wilde Schiessereien erwartet ist hier nicht bedient mit diesem Movie. Wer hingegen hohe Schauspielkunst sehen will (unbedingt das Original schauen und nicht die Synchronfassung – aber das ist bei mir bei allen Filmen die Empfehlung) und einen intelligenten Plot mit interessanten Wendungen geniessen möchte, liegt mit diesem Film richtig. Für eine Top Bewertung genügt es leider nicht, da es in dieser Sparte noch bessere Filme gibt und für mich das Ende zu abrupt kommt.
Wertung ****


